Tag des offenen Denkmals in unserer Kirche

Am 11. September 2022 begingen wir den Tag auch in »unserem« Denkmal, der 122 Jahre alten Paul-Gerhardt-Kirche Connewitz.

In diesem Jahr war als Thema vorgegeben, der Frage nachgehen, welche Spuren mensch­liches Handeln über die Zeiten hinweg am Denkmal hinter­lassen hat ... Also luden wir dazu ein, sich auch in unserer Kirche auf Spuren­suche zu begeben.

Von 13 bis 18 Uhr hielt ein Freiwilligen-Team aus den Reihen unserer Vereinsmitglieder die Kirche offen, stand als Ansprechpartner für die Besucher bereit (etwa 55 kamen). Allen, die hierbei mitgewirkt haben, sei auch an dieser Stelle herzlich gedankt!

Höhepunkt des Nachmittags waren die beiden Führungen, gehalten von Vorstands­mitglied Wolfram Herwig. Von außen über innen nach oben – so war der Rundgang konzipiert. Die Geschichte des Kirchbaus kam zur Sprache, die kunst­histo­rischen Aus­stattungs­stücke und Besonder­heiten wurden in ihrem Wandel erläutert, und schließlich ging es hinauf auf den Turm.

Zur ersten Führung waren es knapp 30 Teilnehmer, so dass die Erläute­rungen im kleinen Uhrwerk-Verschlag gruppen­weise gegeben werden mussten. Die zweite war zwar weniger stark nachgefragt, dafür konnte aber auf die Rück­fragen und Interessen der Teil­nehmer detailliert eingegangen werden; so war es zum Beispiel möglich, auch einmal den Dach­boden über dem großen Tonnen­gewölbe zu inspizieren.

Altarraum von 1958 bis 1985

Die – neben der Ersetzung der kriegszerstörten Kirchenfenster – wohl einschneidendste Umgestaltung unserer Kirche geschah 1958: Man musste und wollte die Wandflächen neu ausmalen lassen und in diesem Zusammen­hang den Altarraum umgestalten.

Während der künstlerische Berater, Max Alfred Brumme – von ihm stammen die jetzigen Fenster und das Holzkreuz in der Eingangshalle – in seinen Entwurfs­skizzen noch eine Bemalung des Triumph­bogens vorschlug, wollte der Kirchen­vorstand eine einfache, helle Ausmalung ohne irgend­welche Ornamente oder bildlichen Darstel­lungen; vielleicht eine Frage nicht verfügbarer Ressourcen, aber vor allem wollte man den Altarraum hell und klar. Die seit­lichen Balustraden links und rechts des Altars sowie auch der schön geschnitzte Rahmen um das Altarbild wurden beseitigt, wahr­scheinlich für die Kirchen­heizung verfeuert. Und als radikalsten Schritt entschied man, das Altarbild vom Altar weg­zunehmen und in den Triumph­bogen über dem Taufstein einzulassen. Diesen Zustand, der von 1958 bis 1985 andauerte, kann man auf neben­stehendem Foto gut erkennen.

Dies und anderes wurde den Besuchern anhand einer improvisierten Aus­stellung von Poster­abzügen nach Original­fotos aus dem Kirchen­archiv präsentiert und bei den Führungen erläutert. Auch die Kirch­gemeinde nahm am Rande ihrer Gottes­dienste interessiert Kenntnis. – In der nach­folgenden Galerie können Sie einen Eindruck von der kleinen Ausstellung gewinnen:

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