Bau- und Erhaltungsmaßnahmen

Sanierungsetappen des letzten Jahrzehnts. Aktuelles oben, Ältestes zuunterst ...

Sanierung des Eingangsbereichs, Schaffung eines barrierenfreien Zugangs (2024/25)

Nach langem Hin und Her konnte es mit dem Ende des 2024-er Straßenfests losgehen. In den ersten Monaten lag der Fokus auf dem Bau der Rampe, die von einem vergrößerten Eingangspodests aus im Bogen Richtung des nordöstlichen Nebenportals führt.

Ab Februar 2025 wurde auch die denkmalgerechte Innenausmalung der Brauthalle realisiert. Zum 125. Kirchweih-Jubiläum am Sonntag Judika, Anfang April, war (fast) alles fertig!

Sanierung Hauptdach, Außenputz, Porphyrteile (2018)

Ende März 2018 begannen die Gerüst­arbei­ten für den dritten und letzten großen Ab­schnitt der Außen­sanie­rung unserer Kirche. Das Haupt­augen­merk lag auf dem Dach, das neu ein­gedeckt wurde. Dabei ging es nicht nur um die große Dach­fläche und die Wieder­herstel­lung der histo­rischen Deckung in den Rinnen, sondern auch um die Er­tüchti­gung der Trag­konstruk­tion, den Einbau eines Unter­daches und die In­stand­setzung der Gauben. Darüber hinaus wurde die Fassade kom­plett erneuert; dazu musste der vor­han­dene Putz ab­geschla­gen werden. Und natür­lich mussten auch die Natur­stein­elemente teils saniert, teils wieder­her­gestellt werden.

Durch die Unter­stützung aus Landes­denkmal­mitteln und Zu­weisun­gen der Landes­kirche konnte die Kirch­gemeinde diesen Bau­ab­schnitt im Umfang von 750.000 € angehen. Dass den­noch Eigen­mittel in Höhe von 40.000 € ein­zuwerben waren, forderte auch uns als Förder­verein heraus.

Zuerst wurde der alte Putz ab­geschla­gen, damit begann auch die Fugen­sanierung.

Im Juni startete die Dach­sanie­rung auf der Süd­seite, parallel dazu wurden die Ar­beiten am Außen­putz und an den Porphyr-Schmuck­steinen (Fugen­sanie­rung und Ersatz von Ver­witte­rungs­stel­len) weiter­geführt.

Ab Ende August wurde am Ein­decken des Dachs ge­arbei­tet. Eine Teil­aufgabe war die Auf­arbe­itung der Dach­gauben, Fleder­maus­gauben genannt. Mitte Sep­tember konnte man erste Putz­flächen ent­decken: den Unter­putz und auch schon ein­gefärb­ten Oberputz.

Anfang Oktober war das Ein­decken des Daches auf der Süd­seite weit­gehend be­endet. Nun kam die Nord­seite dran. Das Porphyr-Giebel­kreuz und die auf die Simse gehören­den Stein­kugeln wurden vor­berei­tet. Am 11. Okto­ber schließ­lich wurden das Giebel­kreuz und die Stein­kugeln nach oben ge­hoben. Die Presse war an­wesend, fotogra­fierte und berich­tete. – Am 25. Okto­ber waren die Putz­arbei­ten be­endet und die An­strich­arbei­ten in vollem Gang. Ab Mitte No­vem­ber wurde »ab­gerüstet«; es fiel zunächst das Turm­gerüst. Dann stockte der Gerüst­abbau für mehrere Wochen, aber zum Weih­nachts­fest war die Kirche endlich wieder ohne Gerüst!

Pflege des Parketts (Mai 2017)

Es ist vermut­lich Jahr­zehnte her, dass das Parkett unserer Paul-Ger­hardt-Kirche grund­legend ge­pflegt wurde. Im Mai 2017 war es nun wieder so weit. Das Parkett erhielt eine Grund­reini­gung mit Wisch­pflege und Ober­flächen­versiege­lung. Um die Arbeiten aus­führen zu können, mussten die Bänke jeweils auf die andere Seite gerollt werden. Hierfür gibt es tech­nisches Gerät, das den Trans­port der Bänke er­möglicht.

Sanierung der Nebendächer und der Kapelle (2016/17)

Im Rahmen des »Sonder­programms Denkmal­pflege« hatte die Ge­meinde endlich erste För­der­mittel für die Sanie­rung der Dächer zu­gesagt bekom­men. Damit wurde begon­nen, die Dächer vom Haupt­portal und den west­lichen Ge­bäude­teilen zu sanie­ren. Auch die be­trächt­lichen Schäden im Inneren der Kapelle sollten be­hoben werden. Die Maß­nahmen zogen sich leider länger hin als geplant; was die Kapelle in ihrem Inneren betrifft, bis ins Jahr 2018.

Zum letzten Bild: Steigt man die Frei­treppe vom Paul-Gerhardt-Haus hoch zur Kirche hinauf, hat man jetzt wieder eine schöne Per­spek­tive: mit dem wieder­her­gestell­ten Schorn­stein und – theolo­gisch durchaus interes­sant – der leuch­ten­den Ver­ble­chung der Apsis-Wölbung. Mit ihrer Zelt-Anmu­tung macht sie deutlich, dass unser Haus aus Stein letztblich gebnauso be­wegblich bleiben muss wie die Stifts­hütte, die dem Volk Israel auf der Wüsten­wande­rung als Ort der Gottes­begeg­nung gedient hat.

Mit der Innen-Sanie­rung der (Beicht-)Kapelle (Wasser­schäden, Fenster-Repara­turen, Craquele-Putz) wurde auch ein frühe­rer Ein­gang vom Empo­ren-Trep­pen­haus wieder zu­gäng­lich gemacht. Für die Innen­raum­gestal­tung war die um 90° zur bishe­ri­gen Nutzung ge­drehte Aus­richtung zum Altar­raum ent­schei­dend. Die Decke wurde ge­reinigt (die Male­reien sind aller­dings nur als Schatten alter Farb­auf­träge zu er­ahnen) und der Fuß­boden er­neuert. Die Wand­farbe soll den histo­ri­schen Rah­men an­deuten, den dieser Raum einst ge­habt hat.

Am 16. April 2017 schließlich konnte die Kapelle zum Oster­früh­stück das erste Mal wieder von der Gemeinde genutzt werden.

Der »Förder­verein Paul-Ger­hardt-Kirche« unter­stützte die Restau­rierung der vier Bunt­glas­fenster mit einer Summe von 4000 Euro (Fenster siehe »Die Kirche heute«). Auch bei der Be­schaf­fung neuer Lampen nach histo­rischem Vorbild half der Förder­verein mit Geld­spen­den, eben­falls bei der Über­arbeitung des Altars und des eigen­willigen Kruzi­fixes von Max Alfred Brumme.

Restaurierung der Turmhaube und des Glockenstuhls (2014/15)

Der »Zahn der Zeit« hatte blei­bende und teils gefähr­liche Spuren hinter­lassen:

Am 1. April 2014 standen schon die ersten Gerüst­felder, als das Bau­gesche­hen mit einer Andacht er­öffnet wurde. Es war auf den Tag genau das 114. Kirch­weih­jubiläum.

Am 19. August feierte die Gemeinde die Turm­bekrö­nung. Zwei Kupfer­hülsen wurden gefüllt mit einer Tages­zeitung, der Kirchen­zeitung »Der Sonntag«, dem Ge­meinde­blatt, den Ge­denk­mün­zen zum Paul-Ger­hardt-Jahr sowie einer Liste der Spender. Hinzu kamen der Flyer des För­der­vereins und die aktuellen Bau­berichte.

Der Glocken­stuhl wurde aus stati­schen Grün­den um 90° gedreht und aus Eichen­holz neu auf­gebaut. Damit können die Schwin­gun­gen der Glocken elasti­scher auf das Mauer­werk über­tragen werden.

Nachdem der Tauben­kot entfernt war, wurden an den Balken der Glocken­decke Feuch­tigkeits­schäden sichtbar. Man legte die ein­gemauer­ten Balken­köpfe frei, und es zeigten sich erheb­liche Schäden, zum Teil waren sie mit Haus­schwamm befallen; manche hatte es schon in das Mauer­werk ein­gedrückt. Auf den Balken der Glocken­stuben­decke steht aber das innere Balken­gerüst für den gesam­ten Turm. Die Schäden hätten in abseh­barer Zeit eine Schief­lage des Turmes bewirkt, bis irgend­wann die Decke und der Turm ein­gestürzt wären.

Die Reparatur der schwer beschä­digten Balken­köpfe war eine technische Meister­leistung: die darüber befind­lichen 30 Tonnen Turm­gewicht mussten statisch ab­gefan­gen werden, um die Balken­köpfe mit Stahl­schuhen zu versehen. Die mor­schen Balken­köpfe haben etwa acht Wo­chen Zeit­verzug ge­bracht und über 40.000 Euro ge­kostet. Dafür musste anderes zurück­gestellt werden. Die Eisen­träger geben dem Turm nun die erforder­liche Stabilität.

Im Herbst kamen die Kupfer­arbeiten unterhalb der Turm­haube gut voran. Die Dach­deckung der kleinen Turm­flächen und die Stein­metz­arbei­ten an den beson­ders schad­haften Steinen wurden be­endet. Die Fleder­mäuse haben neue Ohren und eine Blei­haube bekom­men. Die Ost­uhr zeigt sich schon mit ihrer gol­de­nen Sonne auf blauem Grund. Das Motiv der Sonne (und des Mondes) findet sich auch an den Turm­ecken.

Ab Dezember wurde der Turm ab­gerüstet. Im Februar 2015 stand die Glocken­stube noch leer, nachdem die Arbei­ten an den Bal­ken­köp­fen be­endet waren. Dann wurde der Glocken­stuhl aus Eichen­holz ein­ge­baut und die An­triebs­tech­nik für die Glocken montiert.

Mit dem Konfir­mations­gottes­dienst zu Jubilate läuteten die Glocken wieder. Im August schließ­lich wurde auch die Uhr mon­tiert – von da an waren das Tages­geläut und der wieder ein­gerich­tete Stunden­schlag zu hören.